
Warum wir unsere IP66-heizgeräte den „Qualitätsprüfungen“ unterziehen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Es gibt viel Dampf, direkten Wassersprühnebel sowie Temperaturschwankungen, die die meisten Geräte zum Versagen bringen würden.
Wir bauen unsere Infrarotlampen nach den IP66-Standards. Doch eine Kennzeichnung auf der Spezifikationsliste sagt in der Praxis eigentlich gar nichts aus. Deshalb unterziehen wir jede Charge unseren Prüfungen unter feuchter Wärme. Wir wollen sicherstellen, dass die Abdichtung auch nach dem Einbau noch funktioniert.
Das Problem mit der Expansion und Kontraktion
Die IP66-Klassifizierung ist zwar gut geeignet, um Staub sowie Hochdruckwasserstrahlen abzuwehren. Doch Physik ist etwas Komplexes. Wenn das Infrarotelement aktiv wird, wird es sehr heiß – schnell. Dadurch dehnt sich der Gehäusekörper aus. Wenn das Element wieder ausgeschaltet wird, zieht sich das Gehäuse wieder zusammen. Es ist, als würde die Lampe „atmen“.
Diese ständige Expansion und Kontraktion kann dazu führen, dass Feuchtigkeit durch winzige Risse in den Dichtungen oder an den Stellen, an denen die Kabel eingeführt werden, eindringt. Es handelt sich dabei um einen langsamen Feuchtigkeitsverlust – doch er kann verheerende Folgen haben. Wenn diese Feuchtigkeit auf die Hochspannungsanschlüsse trifft, kann es zu einem Kurzschluss kommen.
Um das zu verhindern, setzen wir die Geräte in Kameras mit hoher Luftfeuchtigkeit und schalten den Strom immer wieder ein und aus. So simulieren wir mehrere Jahre Nutzung im Badezimmer in wenigen Wochen. Wenn es Schwachstellen gibt, finden wir sie hier – nicht bei Ihnen zu Hause.
Es geht nicht nur um Wasser
Dampf ist gefährlich: Er enthält Ionen, die Metalle angreifen können. Wir nehmen uns viel Zeit, um zu prüfen, ob es zu Oxidation an den Reflektoren kommt, und stellen sicher, dass die Isolierung der Kabel unter ständiger Feuchtigkeit nicht beschädigt wird. Wenn die Schicht auf dem Heizelement zu bröckeln beginnt oder die Anschlüsse rosten, geht die Wärme verloren. Man zahlt also für Wärme, die man eigentlich nicht bekommt.
Der Balanceakt
Hier wird es etwas kompliziert. Man könnte meinen: „Einfach alles besser abdichten!“ Doch wenn wir das Gehäuse völlig luftdicht machen, hat die Wärme keinen Ausweg mehr. Sie bleibt im Inneren des Gehäuses gefangen – und das Heizelement verbrennt viel zu früh aus.
Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsspiel: Die Abdichtung muss ausreichend sein, um Dampf abzuhalten – doch das Volumen des Gehäuses muss gerade so groß sein, dass die Lampe atmen und die Wärme abgeben kann.
Es erfordert viele Anpassungen – aber das ist der einzige Weg, um sicherzustellen, dass das Heizgerät wirklich lange hält.